--- ZWEIFELSFLLE der deutschen Sprache ---

Wie heit es denn nun richtig: Zyprer oder Zyprioten, Schilder oder Schilde, Sylv...
  
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Wie heit es denn nun richtig: Zyprer oder Zyprioten, Schilder oder Schilde, Sylvester oder Silvester?
Ein Glossar zu den Zweifelsfllen der deutschen Sprache - Stil, Rechtschreibung und Grammatik.
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auf der Arbeit/in der Arbeit

Vor dem Wort "Arbeit" sind die Prpositionen "auf", "bei" und "in" prinzipiell gleichwertig. Je nachdem, ob man unter Arbeit den Arbeitsplatz versteht, das Ausben einer Ttigkeit oder das Gebude, in dem man arbeitet, kann man "auf der Arbeit" (= auf der Arbeitsstelle), "bei der Arbeit" (= beim Arbeiten) oder "in der Arbeit" (im Bro, in der Fabrik) sein. Die telefonische Auskunft an den daheim Wartenden "Ich bin noch auf Arbeit!" ist hingegen umgangssprachlich.
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auf Mallorca oder in Mallorca ?

Wenn eine Insel im geografischen Sinn gemeint ist, dann heit es "auf".
Nur wenn die Insel zugleich ein Land im politischen Sinne ist, kann man auch "in" sagen.
"Auf Kuba" bezeichnet die Insel, "in Kuba" bezeichnet den Staat.
Ein Malteser kann sowohl auf als auch in Malta geboren sein, je nachdem, ob seine Nationalitt oder seine geografische Herkunft betont werden soll. Die Handy-Botschaft "Du, Gabi, rat mal, wo ich gerade bin!? Da kommst du nie drauf: in Mallorca!" ist falsch, richtig muss es heien "auf Mallorca".

Dasselbe gilt fr die Prpositionen "aus" und "von". Man kann nur "Sonnige Urlaubsgre von Mallorca" verschicken, nicht "aus Mallorca". Eine CD mit kubanischer Musik kann hingegen sowohl von als auch aus Kuba stammen: von der Insel oder aus dem Land. Ein Souvenir von Sylt oder Rgen hingegen kommt nicht aus Sylt oder aus Rgen, da die beiden Inseln schwerlich als Lnder bezeichnet werden knnen. Ein korsischer Ziegenkse ist nach diesem Verstndnis ein Kse von Korsika, da die Insel Korsika kein Land im politischen Sinne ist. Etliche Korsen sehen das allerdings anders.
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China/Chile/Chemnitz

Die standardgeme Aussprache des "Ch" am Wortanfang vor den hellen Vokalen "e" und "i" ist ein weiches "ch" wie in "Licht" und "Blech". Man nennt dies den Ichlaut, das phonetische Zeichen dafr ist ein [].
In Sddeutschland allerdings wird das Ch wie ein K ausgesprochen, dort sagt man Kina, Kinesen, Kemie und Kirurg. Die Norddeutschen amsieren sich gern darber, sind ihrerseits aber nicht konsequent, wenn es um die Aussprache des Chiemsees geht. Den spricht nmlich auch ein "Prei" mit knackigem k, obwohl er das ch nach aller Logik weich artikulieren msste. Hier hat sich das Bayerische durchgesetzt.
Inkonsequent sind die Bayern ihrerseits bei Chile: Hier sagen sie nicht Kile, wie man es erwarten knnte, sondern Tschile.
Auch die Stadt Chemnitz wird nach sddeutscher Art mit K gesprochen. Womit bewiesen wre, dass der Sden Deutschlands nicht erst in Bayern, sondern bereits in Sachsen beginnt. Zu DDR-Zeiten wurde Chemnitz am Wortanfang nicht nur mit einem K gesprochen, sondern auch mit einem K geschrieben: Da hie es nmlich Karl-Marx-Stadt*.
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gucken/kucken

Das Verb "gucken" ist umgangssprachlich. Im norddeutschen Raum sagt man "kucken", und man darf es sogar mit einem Anfangs-"k" schreiben, jedenfalls findet man diese Schreibweise im Wrterbuch.

Die Herkunft des Wortes lsst sich nicht genau klren. Mglicherweise stammt es aus der Kindersprache. Noch heute lernen unsere Kleinen das Hinschauen mithilfe des Ausrufs "Kuckuck". Zum Beispiel: "Kuckuck, hier ist die Mami!"

Dass gerade die Norddeutschen "gucken" nicht nur in der Mitte, sondern auch vorne mit "k" sprechen (und bisweilen auch schreiben), liegt an der Nhe zum plattdeutschen Wort "kieken", was dasselbe bedeutet, nmlich "schauen": "Wat kiekste so?" - "Mutter, kiek mal ausm Fenster, Orje will nich jloben, datt de schielst!"

blich ist allerdings die Schreibweise mit "g": ich gucke, du guckst, sie guckt, guck doch mal! Was gibt's da zu gucken?

Entsprechend schreibt man "Guckloch", "Guckfenster", "Guckkasten", "Ausguck" und "Hans Guckindieluft".
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scheinbar/anscheinend

In den meisten Fllen, in denen scheinbar gebraucht wird, ist in Wirklichkeit anscheinend gemeint. Die beiden Wrter sind keinesfalls gleichbedeutend.

"Anscheinend" drckt die Vermutung aus, dass etwas so ist, wie es zu sein scheint: Anscheinend ist der Kollege krank, anscheinend hat keiner zugehrt, anscheinend hat der Chef mal wieder schlechte Laune.

"Scheinbar" hingegen sagt, dass etwas nur dem ueren Eindruck nach, nicht aber tatschlich so ist: Scheinbar interessierte er sich mehr fr die Nachrichten (in Wahrheit wollte er blo seine Ruhe haben); scheinbar war der Riese kleiner als der Zwerg (weil der Zwerg ganz weit vorne stand und der Riese ganz weit hinten); scheinbar endlos zieht sich die Wste.

Statt "Das ist ihm scheinbar egal" oder "Scheinbar hat es keiner gewusst" muss es heien: "Das ist ihm anscheinend egal" und "Anscheinend hat es keiner gewusst". Andernfalls wrde es bedeuten, die Gleichgltigkeit und die Unwissenheit wren nur vorgetuscht.
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"Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod", in diesem Buch gibt es alle Antworten.
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Ksyu, stimmt! Da gibt es viel Interessantes zum Thema))) hier kann man einige Kapitel hren - http://vk.com/audio?album_id=9638827&id=-12399143
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Софья, danke.=)))) Ich habe schon diese Bcher gelesen. Sie haben mir sehr gut gefallen!:)
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Schuld/schuld
http://vk.com/wall-12399143_7923

Wenn jemand nicht wei, wie er mit Schuld umzugehen hat, so ist das nicht unbedingt seine Schuld. Denn man kann sowohl im Kleinen schuld sein als auch groe Schuld haben.

Wenn vor der "Schuld" ein Artikel oder ein Possessivpronomen steht, dann ist "Schuld" ein Hauptwort und wird grogeschrieben:

Wer trgt die Schuld?
Wessen Schuld ist es gewesen?
Gib nicht mir die Schuld!
Es ist allein deine Schuld.

Bis 1998 galt die Regel, dass "Schuld" nur in den oben genannten Fllen grogeschrieben wird. Stand das Wort ohne Artikel oder Pronomen, wurde es kleingeschrieben. Dies wurde durch die Rechtschreibreform gendert. Heute wird "Schuld" immer grogeschrieben, wenn es den Charakter eines Hauptwortes hat:

Wer hat Schuld?
Daran haben nicht die Schler Schuld, sondern die Lehrer.
Gib nicht immer mir Schuld, sondern dir!
Daran tragen allein die Politiker Schuld.

Und nur noch dann, wenn Schuld - wie "schuldig" - mit den Formen von "sein" gebraucht wird und somit eindeutig ein Eigenschaftswort ist, wird es kleingeschrieben:

Wer ist schuld?
Daran sind nicht die Schler schuld, sondern die Lehrer.
Ich bin nicht schuld daran, du bist schuld!
Die Politiker sind an allem schuld.

Der Weg ber die Eselsbrcke lautet: Schuld hat man gro, schuld ist man klein.
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